Aggressive Bewohner in Wohngruppen – was tun?
- vor 3 Tagen
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Aggressive Situationen in Wohngruppen gehören zu den größten Belastungen für pädagogische Teams. Nicht selten entstehen sie plötzlich: verbale Eskalation, Sachbeschädigung, Bedrohung oder körperliche Übergriffe.
In solchen Momenten stehen Mitarbeitende vor einem Dilemma, Deeskalieren – aber gleichzeitig sich selbst und andere schützen.
Typische Auslöser
Viele Eskalationen folgen einem Muster:
Überforderung oder Frustration
Konflikte mit Mitbewohnern
Grenzsetzungen durch Mitarbeitende
Alkohol, Drogen oder emotionale Krisen
Angst vor Konsequenzen oder Maßnahmen
Wichtig zu wissen: Aggression richtet sich häufig nicht gegen eine Person, sondern gegen die Situation. Trotzdem entsteht reale Gefahr.
Was Mitarbeitende sofort tun können
Ruhe bewahren und Abstand halten
Klare, kurze Kommunikation („Ich gehe jetzt einen Schritt zurück“)
Keine Diskussion im Hochstressmoment
Andere Bewohner sichern (räumliche Trennung)
Keine körperliche Konfrontation (Eigenschutz)
Ein häufiger Fehler ist der Versuch, die Situation „auszuhalten“. Eskalationen lösen sich selten von selbst – sie steigern sich.
Wann externe Unterstützung sinnvoll ist
Unterstützung sollte frühzeitig angefordert werden, insbesondere wenn:
Gegenstände geworfen werden
Türen eingeschlagen werden
Mitarbeitende bedroht werden
Selbst- oder Fremdgefährdung erkennbar ist
die Situation über längere Zeit nicht beruhigt werden kann
Externe Interventionskräfte können stabilisieren, ohne die pädagogische Beziehung dauerhaft zu belasten.
Ziel einer Intervention
Nicht Bestrafung. Nicht Machtdemonstration.
Sondern:
Schutz aller Beteiligten
Entlastung der Mitarbeitenden
Vermeidung polizeilicher Maßnahmen
Rückkehr in den pädagogischen Alltag
Gerade für Einrichtungen ist es wichtig, handlungsfähig zu bleiben, ohne die Beziehungsebene zu verlieren. Eine abgestimmte Intervention kann dabei helfen, Eskalationen frühzeitig zu beenden und den Alltag wiederherzustellen.

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